Nachbericht Auktion

Nachbericht Auktion

Nachbericht 80. Münzen- und Medaillen-Auktion (inkl. Papiergeld-Spezial)

Emporium Hamburgs 80. Saalauktion streckt sich ob des reichhaltigsten Angebots seit Jahren zum ersten Mal über vier Tage. Schon der Bereich der antiken Münzen sorgt frühzeitig für hohes Bieteraufkommen. Hier erweisen sich die Ägyptischen Prägungen (Los 229-258) als nach wie vor gesucht (Ptolemaios I. bis Kleopatra VII.), und besonders die Römischen Gepräge präsentieren sich als Publikumsmagneten: So werden herrliche Denare des Julius Caesar erfolgreich versteigert und die große Reihe der nachfolgenden Kaiser fast vollständig veräußert. Darunter natürlich auch die Titelmünze des Auktionskatalogs zur 80. Auktion: Der extrem seltene Aureus des Diocletian in prägefrischer Erhaltung (Los 748).   

Ganz in der Tradition der bisherigen Auktionen von Emporium Hamburg sorgt die Palette an ausländischen Prägungen für allerlei Aufsehen, Bietergefechte und am Ende hohe Zuschläge für die Einlieferer.

Traditionell gefragt sind auch dieses Mal französische Gold- und Silbermünzen. Absolut herausragend sind aber einige numismatische Höhepunkte der Prägungen aus Großbritannien: Hier speziell ein sehr seltener Penny o.J. (um 991-991, Los 1063), geprägt unter Aethelred II. (978-1016), der – mit € 500,- geschätzt – für den Zuschlag von € 1.450,- den Besitzer wechselt. Auch die goldenen Großgepräge stehen im Fokus. Mindestens genauso brillierend offenbart sich die einzige Münze aus Hongkong: Ein fast vorzüglicher Dollar 1876 (eine wirklich atemberaubende Silberprägung), geprägt unter Königin Victoria, steht mit € 500,- im Buch und geht nach heftigen Bietergefechten im Internet letztendlich für € 1.350,- weg.

Absolute Höhepunkte dieses Abschnitts sind aber – es war ein wenig zu erwarten – die Dukaten aus Kurland. Allen voran der Doppeldukat 1764 (Los 1174) auf den Besuch der Zarin Katharina II. mit der Standansicht von Mitau. Dieses extrem seltene Stück war mit € 2.000,- geschätzt und sieht durch heftige Bietergefechte von Telefon, Saal und Internet am Ende eine enorme Vervielfachung: Zugeschlagen wird dieser numismatische Schatz mit € 6.400,-

Auch die Gold- und Silbermünzen aus den USA verkaufen sich zu 70 Prozent.   

Nach den thematischen Medaillen geht es dann erneut richtig zur Sache: Stichwort „Altdeutschland“. Aus den Habsburgischen Landen erfreuen sich diesmal die Gepräge des Haus Habsburg, also die Taler und Dukaten der großen Herrschernamen, größter Beliebtheit. Besonders die mit den außergewöhnlichen Erhaltungen von PCGS zertifizierten Prachtexemplare von Halbtalern der Maria Theresia (MS-64 und MS-64+) stechen hier heraus.  

Aus Bayern triumphiert ein sehr schöner Doppeldukat 1642 des Maximilian I. als Kurfürst (Los 2004). Auch ein Unions-Dukat in der Erhaltung vorzüglich-stempelglanz auf die Vereinigung von Ansbach und Culmbach, geschlagen unter Christian Friedrich Karl Alexander (1757-1791), Markgraf von Brandenburg-Ansbach, findet einen neuen Besitzer.

Rege Bieterbeteiligung und ein großes „Hin und Her“ auch bei Hamburg. Hier im Zentrum des Geschehens: Los 2275. Der seltene ½ Portugalöser zu 5 Dukaten (unsign.) von P.H. Goedeke  auf den Brand der St. Michaeliskirche mit Standansicht ist so heiß begehrt, dass die Gebote sekündlich von Internet-, Saal- und Telefonbietern platziert werden. Binnen kürzester Zeit hat sich dieses wahre Highlight von € 2.500,- auf € 7.000,- hochgeschraubt. Den finalen Zuschlag erhält ein glücklicher Saalbieter.

Noch einen draufsetzen kann dieses Mal Nürnberg. Alle Lose sind sehr erfolgreich, jedoch als einmalig muss man die Performance von Los 2416 bezeichnen. Die seltene Doppeldukaten-Klippe von 1650 auf den Friedenvollziehungsschluss in fast vorzüglich ist dermaßen umkämpft, dass man nicht mehr von einem Bietergefecht, sondern schon von einer Schlacht sprechen muss. Ausgerufen mit mickrigen € 1.000,- duellieren sich die vielen, vielen Bieter, so dass am Ende das Telefon mit einem Zuschlag von sage und schreibe € 9.800,- triumphiert. Das ist der Stoff aus dem Auktionen sind!

Doch das Herzstück dieser Auktion ist die große Einlieferung von Wismarer Münzen. Viele Saalbieter scheinen primär nur für diese 181 Positionen angereist. Dementsprechend konkretisiert sich das Bietgebaren. Da werden schon mal einige Steigerungsstufen übersprungen, um sich lästiger Wettbewerber zu entledigen. In Sachen Gebotsmassen und Zuschlägen präsentiert sich fast jedes Los als pures Entertainment. Aber natürlich gibt es immer ein Los, das den Rahmen sprengt. So auch hier. Und es handelt sich dabei um keine Goldmünze – so viel sei vorweggenommen. Es ist vielmehr der historische und numismatische Wert von Los 2689, der den finalen Zuschlag von € 9.200,- manifestiert. Die einseitige Notmünzenklippe zu 4 Schilling 1715 wurde während der Belagerung durch die Dänen und Preußen aus Kanonenmetall geschlagen. Mit einem Gewicht von 163 Gramm und einem Durchmesser von 49x53mm zudem auch optisch ein wahres Schwergewicht. Der erfolgreiche Saalbieter (aus Wismar) gibt nachher zu Protokoll: „Ich bin sehr froh, dass ich die Wismarer Münzen, die ich bekommen konnte, zurück in ihre Heimat bringen kann!“       

Im Bereich der Münzen des Kaiserreichs überzeugt wieder die Bandbreite nach Jäger. Die übergroßen Ausrufezeichen setzen im Bereich der deutschen Münzen kurz vor Schluss die Raritäten der DDR. Hinter Los 3659 steht eine äußerst seltene Polierte Platte des 20 Mark-Stücks 1969 Johann Wolfgang von Goethe. Der Erstabschlag mit VEB-Plombe (J. 1525) war mit € 3.000,- geschätzt worden, wechselt aber nach einer wahren Bieterschlacht für € 12.500,- den Besitzer. Und es bleibt keine Zeit zum Durchatmen, denn direkt im Anschluss kommt eine äußerst seltene PP der 10 Mark 1971, Albrecht Dürer (J.1532) unter den Hammer. Ausruf € 2.500,-, Zuschlag € 10.000,-! Ein wahres Spektakel.

Wie gut, dass darauf die ersten drei Auktionstage zu Ende gehen. Allerdings weiß zu jenem Zeitpunkt noch niemand, was bei den Banknoten alles passieren soll…   

Der vierte und letzte Abschnitt dieser vier Auktionstage ist dann also den Banknoten und dem Notgeld vorbehalten. Nachdem Emporium Hamburg im Spätsommer 2017 diese Sparte vom befreundeten Auktionshaus Cortrie übernommen hatte, folgt nun die live-haftige Umsetzung – nun aber auch mit Live-Bidding übers Internet. Und das merkt man sofort. Viele Internetbieter duellieren sich quasi bei jeder Position mit dem Buch und den Saalbietern. Zum Teil gehen die Bietergefechte so lang, dass am Ende des Tages die 527 Lose des Papiergeld-Spezials in sage und schreibe sechs Stunden verauktioniert werden. Das schlaucht natürlich. Zum Glück herrscht die ganze Zeit große Spannung, denn niemand kann vorrausehen, welche Geschütze die Internetbieter auffahren. Besonders die Reihe an ausländischen Scheinen („World Banknotes“) findet seine Fans, hier erwartungsgemäß die vielen Scheine und Lots aus China. Erster großer Kracher ist ein Schein 1000 Francs o.D. (1946) aus Französisch Somaliland (Los 4075), der mit € 400,- geschätzt, final mit € 2.000,- zugeschlagen wird.

Wie schon beim Papiergeld-Spezial der 79. Auktion sind die Noten aus Niederländisch-Indien (4128-4130) ein Garant für hohe Zuschläge. Auch die hübschen Dollar-Noten der USA verkaufen sich prächtig.

Richtig zu scheppern fängt es jedoch beim Papiergeld „Deutschland ab 1871“ an: Bereits das erste Los aus dieser Reihe (4173, 100 Mark 1.5.1891, Serie D) geht mit € 2.250,- (€ 1.200,- geschätzt) ins Internet.

Noch einen drauf setzen die Noten der BRD ab 1948. Besonders die Lose 4214 bis 4217 markieren mit Zuschlägen von € 1.500,-, € 4.500,-, € 1.150,- und sensationellen € 5.300,- historische Werte.

Jedoch auch bei Auktionen wie beim Highlander gilt: Es kann nur einen geben, beziehungsweise „eine“. Und diese eine Banknote ist Los 4275: Deutsche Auslandsbanken, Deutsch-Asiatische Bank (1907-1918), 100 Dollar 1.7.1914, Peking. Geschätzt mit bereits sportlichen € 6.000,- galoppiert diese außergewöhnliche Banknote durch die Steigerungsstufen. Ein Saalbieter reüssiert am Ende nach einem rassigen Bietergefecht mit einem Zuschlag von € 14.000,- über fast ein Dutzend Gegenbieter am Telefon, im Saal und vor allem im Internet. Der nachfolgende Applaus für den erfolgreichen Bieter ist höchst verdient. Insgesamt kann das Banknoten-Spezial  mit einer Steigerung von über 100% im Vergleich zur 79. Auktion für Aufsehen sorgen. Besonders die Verdopplung vom Gesamtergebnis „Schätzpreis zu Zuschlag“ ist äußerst bemerkenswert.         

Die Ergebnisliste zu dieser 80. Saalauktion (inkl. Papiergeld-Spezial) wird gerade an die Kunden verschickt, kann aber schon onlinehier heruntergeladen werden. Wer von den unschlagbaren Konditionen des Nachverkaufs profitieren und sparen möchte, der kann dies telefonisch (040-25799-132) oder per Mail (numis@emporium-numismatics.com) tun.

Und wie immer gilt: Nach der Auktion ist vor der Auktion. Aus diesem Grund freut sich die Firma, wenn Sie Ihre Münzen und Banknoten in Emporium Hamburgs nächste große Saalauktion (23.-25. Oktober 2018)  einliefern möchten.  Wenden Sie sich vor Einlieferung vertrauensvoll an Abteilungsleiter Dr. Josef Fischer. Bis zu 0% Einliefererprovision, ein unverzinster Vorschuss von bis zu 50%, die internationale Käuferschaft, die große Reichweite durch maximalen Online-Einsatz sowie die beachtlichen Zuschläge – das sind nur ein paar von vielen, überzeugenden Gründen für eine Einlieferung bei Emporium Hamburg.