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Neu im Münz-Shop: Geschichte in Münzen - 28. Oktober 312: Constantin der Große siegt an der Milvischen Brücke

 

28. Oktober 312, etwas nördlich von Rom an den Ufern des Tibers

Constantin, geboren als Sohn eines Militärs von der Balkanhalbinsel und einer Gastwirtstochter, hat es geschafft: Er ist unbestrittener Kaiser im Westen des römischen Reiches. Der Fluss vor ihm ist grausamer Beleg seiner Ambitionen. Im Tiber treiben die Leichen eines feindlichen Heers, das sich in panischer Flucht vor seinen Truppen in die Fluten gestürzt hat. Auch Constantins Gegenspieler Maxentius, Rivale um die Kaiserwürde und Anführer der geschlagenen Armee, hat hier sein nasses Grab gefunden.

Was war geschehen?

25. Juli 306, Eboracum in Britannien

Constantius Chlorus, der Vater Constantins und Kaiser im Westen, stirbt plötzlich während einer Strafaktion gegen die Stämme Schottlands. Sein Sohn, der ihn auf dem Feldzug begleitet, wird sofort von den anwesenden Soldaten zum Kaiser ausgerufen. Doch der Westen des römischen Reichs hat bereits einen Kaiser: Severus. Er wurde im Jahr zuvor zum offiziellen Nachfolger von Constantius bestimmt. So will es die neue Herrschaftsordnung Roms: Die Tetrarchie.

Kaiser Diokletian hat das System im Jahr 293 eingeführt. Er teilt das Reich in West und Ost und bestimmt einen weiteren Mann zu seinem Mitkaiser. Beide tragen den Titel „Augustus“ und regieren jeweils eine Hälfte des Reichs, aber der Kaiser im Osten ist immer derjenige mit der höheren Autorität. Der oströmische Kaiser verleiht zwei weiteren Männern den Titel „Caesar. Die Seniorkaiser adoptieren dann jeweils einen dieser Männer. Nach der Abdankung oder dem Tod der Augusti steigen die Caesares zu Seniorkaisern auf und erwählen sich neue Juniorkaiser. Dieses Herrscherkollegium von vier Kaisern (daher der Name aus dem Altgriechischen: „Herrschaft der Vier“) soll dem krisengeschüttelten und an den Grenzen bedrohtem Reich Stabilität bringen.

Constantins Erhebung folgt diesem Regelwerk nicht und ist somit illegal. Doch die anderen Kaiser können und wollen wenig gegen den Thronanwärter ausrichten. Die von den Ostkaisern Galerius und Maximinus Daia kontrollierten Gebiete erstreckten sich bis nach Armenien und Mesopotamien und sind somit weit entfernt von Constantins Herrschaftsgebieten in Britannien und Gallien. Und Severus hat mit einem dringlicherem Problem im Herzen seiner eigenen Reichshälfte zu kämpfen: In Rom revoltieren die dort stationierten Truppen und rufen Maxentius zum Kaiser aus. Severus belagert die Stadt, muss sich aber bald geschlagen nach Ravenna zurückziehen. Er stirbt kurz darauf und hat keinen Nachfolger.

Letztlich akzeptiert Galerius die Gegebenheiten und ernennt Constantin zum Caesar des Westens. Maxentius hingegen wird ignoriert, auch wenn er weiterhin Italien kontrolliert.

28.November 308, Carnuntum in Pannonien

Auch nach zwei Jahren bleibt die Situation im Reich angespannt. Schließlich beanspruchen sogar sechs Männer die Herrschaft über Rom: Galerius und Maximinus Daia herrschen weiterhin im Osten. Der Westen hat nun drei Augusti: Maxentius beansprucht immer noch den Titel. Sein Vater Maximian, ein zurückgetretener Seniorkaiser, hat die Kaiserwürde wieder aufgenommen. Und Licinius soll nach dem Willen des Galerius als Augustus über den Westen herrschen – obwohl er zuvor kein Juniorkaiser gewesen ist. Constantin bleibt weiterhin Caesar im Westen.

Um diese verworrene Lage zu lösen, bittet Galerius den „Erfinder“ der Tetrarchie Diokletian um Hilfe. Der Kaiser im Ruhestand lädt darauf zur sog. Kaiserkonferenz von Carnuntum (im heutigen Österreich). Das Zusammentreffen schafft Klärung: Galerius und Maximinus Daia werden in ihrem Status bestätigt und Maximian wird von einer erneuten Abdankung überzeugt. Maxentius wird nach wie vor nicht anerkannt. Licinius wird zum Augustus des Westens erhoben und Constantin wird ihm als Caesar zur Seite gestellt.

Die Ernennung von Licinius ist nach dem tetrarchischem System nicht rechtens; eigentlich hätte Constantin nach dem Tod des Severus aufsteigen müssen. Doch scheint sich Constantin mit den Resultaten der Konferenz abzufinden. Ein brüchiger Frieden kehrt in das Reich ein.

Frühjahr 311, Nikomedia in Kleinasien

Galerius stirbt nach heftiger Krankheit. Constantin sieht seine Zeit gekommen und rüstet sein Heer. Zunächst erobert er Hispanien. Im Frühjahr 312 fällt er in Italien ein und macht sich damit Maxentius zum Feind. Der ewig ignorierte Thronanwärter hat um 100.000 Mann in Norditalien stationiert und mehrere Städte befestigen lassen. Constantins Heer zählt zwar nur um 40.000 Kämpfer ist aber kampferprobt und schlagkräftig: Schnell fällt ihm Oberitalien in die Hände, manche Städte öffnen ihm gar ohne jeden Widerstand die Tore.

Schließlich treffen beide Armeen nördlich von Rom aufeinander. Maxentius will seinen Gegenspieler mit einer List besiegen: Seine Vorhut soll sich den Männern Constantins zum Gefecht stellen und sich dann nach kurzer Zeit zurückziehen. Maxentius hofft die angreifende Armee einzukesseln, wenn Constantin dem „fliehenden“ Heer folgt. Deswegen hat er auch die Milvische Brücke über den Tiber abreißen und eine Hilfsbrücke errichten lassen. Doch es kommt anders: Beim Rückzug bricht Panik aus und Maxentius und viele seiner Kämpfer verlieren im kalten Tiber ihr Leben. 

Doch nicht nur das strategische Geschick Constantins soll ihm den Sieg beschert haben, wenn man späteren Erzählungen glauben will. So berichtet der Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea, dass Constantin und seine Männer auf dem Weg nach Rom ein Kreuz aus Licht vor der Sonne mit den Worten: „Durch dieses siege“ (auf Latein: In hoc signo vinces) gesehen hätten. Niemand konnte sich dieses Zeichen zunächst erklären. In der Nacht vor der Schlacht sei Constantin dann Jesus Christus im Traum erschienen und habe den Kaiser angewiesen, eben jenes Kreuz als Siegeszeichen zu führen. Daraufhin habe Constantin es auf seine Standarten anbringen lassen.

Ob der Gott der Christen ihm den Sieg geschenkt hat – Constantin selbst vertritt diese Lesart erst später – oder nicht, eines ist unstrittig: Constantin hat mit seinem Sieg die Alleinherrschaft über Westrom errungen. Wenige Tage nach der Schlacht zieht er in Rom ein und präsentiert dem Volk den abgeschlagenen Kopf seines Rivalen Maxentius. Er lässt sich vom Senat seinen Status als Augustus anerkennen, errichtet eine zwölf Meter hohe Marmorstatue seiner selbst, gibt einen Triumphbogen in Auftrag und verlässt die Stadt wieder. Denn seine Ambitionen brennen weiter in ihm: Er will Kaiser des gesamten Reichs werden – und zwar der einzige. 324 wird ihm das gelingen.


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