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Neu im Münz-Shop: 10. September 1702: Maximilian II. Emanuel überfällt Ulm

 

10. September 1702, Ulm

Maximilian II. Emanuel von Bayern aus dem Haus Wittelsbach, Schwiegersohn des römisch-deutschen Kaisers und siegreicher Feldherr in den Türkenkriegen, hat die Reichstadt Ulm handstreichartig eingenommen. Damit hat er die Grundgesetze des Reiches gebrochen – und das obwohl er als Kurfürst eine „Säule des Reiches“ sein und mit des „Reiches Stimme“ sprechen sollte.

Was war geschehen?

15. Juli 1685, Wien

Leopold I. aus dem Haus Habsburg, Kaiser des römischen-deutschen Reichs, hatte ein Problem: Der französische „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. war der Auffassung, dass gewisse Teile des Reichs wie der Elsass und Luxemburg historisch zu Frankreich gehörten und deswegen mit ihrer „Heimat“ wiedervereint werden sollten. Der französische König bedrängte deswegen die grenznahen Besitzungen der Kurfürsten von Köln, Mainz und der Pfalz – und war damit erfolgreich: Die Herrscher wandten immer mehr vom Reich ab.

Um nicht noch mehr Kurfürsten an die Interessen Frankreichs zu verlieren, handelte der Kaiser aus Kalkül: Er gab sein letztes überlebendes Kind Maria Antonia von Österreich dem ehrgeizigen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel zur Frau. Maria Antonia hatte dank ihrer Mutter Anrecht auf die spanische Krone, sollte diese jemals frei werden. Und dieses Erbe stünde dann auch ihrem Ehemann zu.

Leopold hoffte damit den Machtwillen Maximilians zu befriedigen und ihn als Verbündeten gegen Frankreich zu gewinnen. Denn auch die Franzosen konnten sich Hoffnung auf ein spanisches Erbe machen: Philipp V., Herzog von Anjou und Sohn des französischen Thronfolgers hatte eine spanische Großmutter aus dem Haus Habsburg.

1. November 1700, Madrid

Karl II. von Spanien stirbt ohne Erben, das riesige Reich mit seinen Kolonien in der Neuen Welt brauchte einen neuen Herrscher. In Europa rüstet man sich für einen Wettkampf um den Thron, allen voran das Haus Habsburg und Frankreich.

Für Maximilian Emanuel ist diese Situation besonders bitter: Sein Sohn von Maria Antonia - Joseph Ferdinand – war 1698 als Erbe Karls eingesetzt worden, starb aber bereits ein Jahr später im Alter von sechs Jahren. Kurz vor seinem Tod legte Karl dann auch noch Philipp V. als seinen Thronfolger fest. Ludwig XIV. nimmt das Erbe an, erklärt seinen Enkel zum König von Spanien und zieht 1701 triumphierend in Madrid ein. Leopold I. wollte dies nicht hinnehmen und der Spanische Thronfolgekrieg entbrannte.

Die Ambitionen Maximilian Emanuels sein Haus zu einer Großmacht auszubauen schienen also gescheitert. Aber noch wollte der Wittelsbacher seine Träume nicht zu Grabe tragen: Nach mehreren geheimen Verhandlungen bot er dem französischen König schließlich an einen Krieg mitten im Reich zu beginnen und so die Kräfte des Kaisers zu binden. Ludwig XIV. sollte ihm garantieren, dass Frankreich seinen Anspruch auf die eroberten Gebiete anerkennen würde und er dort als König regieren könne. Der Sonnenkönig stimmte zu und Maximilian Emanuel machte sich auf den Weg nach Ulm.

Im sog. Bayerisch-Deutschen Krieg feierte Maximilian Emanuel anfangs viele militärische Erfolge: Neben Ulm konnte er auch Memmingen und Dillingen erobern. Er besetzte Neuburg an der Donau, Augsburg und schließlich sogar Regensburg. Der französische König schickte Truppen nach Bayern, um seinen Bündnispartner zu unterstützen. Die Pläne des Wittelsbachers schienen nun endlich doch noch  aufzugehen und die lang ersehnte Königskrone rückte in greifbare Nähe.

Doch der Kaiser war keineswegs untätig gewesen: Leopold hatte sich mit den Niederlanden, England und Preußen verbündet, um die Vormachtstellung Frankreichs in Europa zu verhindern. Die sog. Große Allianz von Den Haag, wo das Bündnis beschlossen wurde, sollte den Bayern und die Franzosen schließlich überkommen: Die Zweite Schlacht bei Höchstädt im Jahr 1704 endete mit vernichtenden Niederlage für Maximilian Emanuel. Der Bayerisch-Deutsche Krieg war vorbei.

Der geschlagene Kurfürst flieht ins Exil in die Niederlande und verliert alle gerade eroberten Gebiete. Kurbayern und seine anderen Besitzungen wurden in den nächsten Jahren kaiserlich verwaltet.

Der Wittelsbacher zeigte sich trotz dieser Entwicklungen uneinsichtig: Er nahm keinen Abstand von seinem Bündnis mit Ludwig XIV. Er hoffte, dass ihm die Treue zu Frankreich doch noch vergolten werde. Aber am Ende des Spanischen Thronfolgekriegs im Jahr 1714 wollte Frankreich nur noch seine eigenen Interessen sichern.

Zwar wurde Maximilian Emanuel wieder als Kurfürst eingesetzt, aber seinen größten Traum konnte er sich nicht mehr erfüllen: Ein König sollte er nie werden.


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