Thessalien

Thessalien

Nach dem Tod Alexanders des Großen 323 v. Chr. nahmen die Thessaler am von Athen angeführten erfolglosen Aufstandsversuch des Hellenenbundes gegen die makedonische Hegemonie (Lamischer Krieg) teil. Eine weitere Revolte der Thessaler und Aitoler unterdrückte 321 v. Chr. Polyperchon. Weitere Abfalltendenzen erfuhren nach 294 v. Chr. durch die von Demetrios I. Poliorketes vorgenommene Anlage der neuen Großstadt Demetrias eine Reduktion. Pyrrhos I. von Epiros begünstigte aber eine Selbstständigkeit Thessaliens, und erst als er im Kampf um Argos 272 v. Chr. fiel, stabilisierte sich die makedonische Kontrolle über das Land längerfristig. Bis auf den Osten fiel Thessalien dann ab 230 v. Chr. in die Hand der Aitoler, doch schaffte König Philipp V. seit 217 v. Chr. die Rückgewinnung des abhanden gekommenen Territoriums; er gelangte bis in die Phthiotis und nahm deren bedeutendere Stadt Theben ein.

Als Philipp V. den zweiten makedonisch-römischen Krieg gegen das aufstrebende römische Reich und mit diesem verbündete hellenistische Staaten austrug, war Thessalien wesentlicher Kriegsschauplatz. Der Makedonenkönig erlitt dabei in der Schlacht von Kynoskephalai 197 v. Chr. eine entscheidende Niederlage und verlor die Hegemonie über Thessalien. Titus Quinctius Flamininus erklärte im Frühsommer 196 v. Chr. bei den Isthmischen Spielen die Freiheit der Hellenen. Damit erhielt auch Thessalien, zu dem nun die phthiotischen Achaier wieder hinzukamen, durch die Römer wenigstens nominell seine Eigenständigkeit zurück. Thessaler, Perrhaiber und Magneten wurden als souveräne Städtebünde organisiert. Als Oberhaupt des thessalischen Bundes fungierte ein jährlich wechselnder Stratege. Auch kam es in der Hauptstadt Larissa zur Einführung eines Bundeskultes für den Zeus Eleutherios, zu dessen Ehren Agone veranstaltet wurden. Die Klasse der Penesten war nun nicht mehr vorhanden.

Der dritte makedonisch-römische Krieg fand im Wesentlichen auf thessalischem Gebiet statt. Dabei unterlag der makedonische König Perseus 168 v. Chr. in der Schlacht von Pydna der römischen Republik. Die Existenz des thessalischen Bundes wurde nicht angetastet, auch nachdem sein Territorium 148 v. Chr. der nunmehr römischen Provinz Macedonia zugeschlagen worden war. Als sich ein Jahrhundert später Caesar und Pompeius bekämpften, trugen sie die entscheidende Phase ihrer militärischen Auseinandersetzung (Schlacht von Pharsalos) 48 v. Chr. in Thessalien aus. Dieses kam dann anlässlich der neuen Provinzordnung des Augustus 27 v. Chr. zu Achaea. Der römische Kaiser übte 27/26 v. Chr. das Amt des Strategen des thessalischen Bundes aus.

Gegen Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr. richtete schließlich Diokletian im Rahmen seiner Verwaltungsreform Thessalien zusammen mit Magnesia als eigene Provinz ein, die zu einer größeren Verwaltungseinheit, der Diözese Moesiae, gehörte. (Quelle: Wikipedia)