Sizilien

Sizilien

Griechische Autoren aus der Zeit nach der erfolgten griechischen Kolonisation Siziliens beschrieben drei verschiedene einheimische Bevölkerungsgruppen: Sikeler im Osten, Sikaner im Zentrum und Westen, und Elymer im äußersten Nordwesten der Insel. Ab etwa 800 v. Chr. begann die Periode der Kolonialisierung durch Phönizier, Griechen und Karthager beziehungsweise Punier, die ihre Siedlungen zunächst vornehmlich an der Küste errichteten. In dieser Zeit war Sizilien als Teil Großgriechenlands vor allem von der Kultur griechischer Siedler geprägt. Die bedeutendste griechische Stadt Siziliens war Syrakus. Die Blütezeit der griechischen Kultur war das 5. Jahrhundert v. Chr., nachdem die Griechen im Jahr 480 v. Chr. in der Schlacht bei Himera die Karthager besiegt hatten. In diese Zeit fiel die Errichtung der meisten griechischen Tempel Siziliens. Nachdem die damalige Großstadt Karthago den wachsenden Bedarf an Korn für sich und das Söldnerheer nicht mehr hatte decken können und das Korn ohne Zwischenhandel beschaffen wollte, landeten die Punier auf der Nordseite der Insel. Die griechischen Städte schlossen sich zusammen und wurden zur besseren Verteidigung von Tyrannen regiert.

Diese Blütezeit endete, als die Karthager am Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. fast alle bedeutenden griechischen Städte zerstörten. Der karthagische General Himilkon zerstörte 409 v. Chr. Selinunt, 408 v. Chr. Himera und 405 v. Chr. Gela und plünderte im selben Jahr Akragas, Kamarina und Kasmenai. Einzig Syrakus konnte seine Unabhängigkeit bewahren. Unter Dionysios, der ab 405 v. Chr. regierte, erlebte die Stadt eine Blütezeit und beherrschte das westliche Mittelmeer. Die meisten zerstörten Städte wurden zwar später wieder aufgebaut, erreichten aber nicht mehr ihre ursprüngliche Größe.

Während des Ersten Punischen Krieges wurde Sizilien im Jahr 241 v. Chr. durch den römischen Sieg in der Schlacht bei den Ägatischen Inseln zur ersten Provinz des Römischen Reichs. Die Karthager mussten Sizilien aufgeben. Im Jahr 212 v. Chr. fiel Syrakus trotz der Verteidigungsmaßnahmen des Archimedes. Sizilien wurde der wichtigste Getreidelieferant Roms. Als im 2. Jahrhundert v. Chr. immer mehr Sklaven nach Sizilien kamen, führte das Elend dieser Sklaven zu den beiden sizilianischen Sklavenkriegen. Bis zum Ende der Kaiserzeit wurde Sizilien immer mehr latinisiert, auch wenn der Großteil der Bevölkerung weiter griechisch sprach. (Quelle:Wikipedia)